Autor und Grafiker

Autor:

Bastian Backstein Bastian Backstein, geboren 1981 in Freiberg/Sachsen, begann  bereits im Alter von sieben Jahren mit dem Schreiben von Geschichten. Später arbeitete er als freier Journalist für Magazine und Zeitungen. Nach Lehr- und Wanderjahren in Spanien, Finnland und Südamerika lebt der Autor heute im Rhein-Main-Gebiet. Die Idee zu „Kathrinchen Zimtstern“ kam ihm während seiner Zeit in Spanien – als er merkte, wie sehr er die erzgebirgische Weihnacht vermisst. Neben Kinderbüchern schreibt Bastian Backstein auch Kurzgeschichten für Erwachsene.

Grafiker:

Gunter Springsguth Gunter Springsguth, Jahrgang 49, geboren in Chemnitz, Grafikstudium in Potsdam/Berlin, Designstudium in Halle, Malerei, Grafik- und Illustration, Produktgestaltung, nationale und internationale Ausstellungen und Arbeitsseminare, Kurzgeschichten und Illustrationen für Kinder und Erwachsene.

Bastian Backstein im Interview
zu seinem neuen Buch

Schon kurz nach der Veröffentlichung der ersten Kathrinchen-Zimtstern-Geschichte hattest du angedeutet, dass es ein weiteres Buch geben wird. Worum geht es diesmal?
Gabrielchen Stimmgabel, die Leiterin des Engelchenchors, und der Nussknackergeneral von Beißer nehmen sich dieses Jahr vor, ganz genau auf das neugierige Engelchen Kathrinchen Zimtstern aufzupassen. Als jedoch mitten in einem erzgebirgischen Wohnzimmer ein Rentiermädchen auftaucht und der Weihnachtsmann entführt wird, scheitert der gute Vorsatz. Für das kleine Flachhaarengelchen und seine Holzfreunde beginnt ein neues Abenteuer. Mehr will ich hier nicht verraten. Mir war bei dem neuen Buch wichtig, mich nicht zu wiederholen, sondern neue Ideen einzubringen und das Genre zu variieren. Deshalb ist es diesmal eher ein Krimi geworden, bei dem der Leser miträtseln kann. Außerdem wollte ich eine Geschichte schreiben, die unabhängig von der ersten gelesen werden kann und die auch für neue Kathrinchen-Freunde interessant und nachvollziehbar ist.

Man kann also „Kathrinchen Zimtstern und der Nussknackerdetektiv“lesen und verschenken, ohne Teil 1 zu kennen?
Das hoffe ich zumindest! Trotzdem gibt es natürlich eine starke Beziehung zwischen beiden Geschichten. Besonders deutlich wird das an dem Nußknacker Johann von Knatterburg. Er entwickelt sich in „Kathrinchen Zimtstern oder Die Geschichte vom verschwundenen Engelchen“ sehr stark - und kann gerade deshalb in eine neue Rolle schlümpfen.

Neben Kathrinchen, Johann und dem Räuchermann Arthur Grimmbar tauchen weitere alte Bekannte auf.
Allerdings gibt es auch neue Figuren. Das ist richtig. Das Buch ist ja wie ein Adventskalender aufgebaut. Hinter jedem Türchen bzw. in jedem Kapitel gibt es eine Überraschung - und oft sind das halt neue Charaktere. Es hat großen Spaß gemacht, weitere witzige Persönlichkeiten in die Arena steigen zu lassen und gleichzeitig Figuren wie Laura Linderholz oder General von Beißer stärker auszubauen. Und was mich besonders freut: auch für die neuen Helden haben sich wieder erzgebirgischen Kunsthandwerkern und Spielzeughersteller gefunden, deren Figuren unserem Illustrator Gunter Springsguth als Vorbild für seine Bilder dienten. Selbst der Troll Rabatzel, übrigens einer meinen persönlichen Lieblingscharaktere, hat einen „Paten“ gefunden.

Apropos Illustrationen - was ist dein Lieblingsbild im neuen Buch?
Da gibt es zwei: einmal die fliegende Pyramide und dann Kathrinchen mit der Sonnenbrille. Die erzgebirgischen Holzfiguren auf leicht skurrile Abenteuer in die moderne Welt zu schicken, frisch und mit einem Augenzwinkern, ist eine der treibenden Ideen hinter meinen Zimtstern-Geschichten. Bei diesen beiden Bildern greift Gunter Springsguth diesen Gedanken wunderbar auf und entwickelt ihn auf seine Art weiter. Das ist sehr spannend für mich als Autor. Ähnlich ging es mir im vergangenen Jahr, als ich das erste Mal das Kathrinchen-Zimtstern-Lied von Ina Schirmer hörte. Man hat fast das Gefühl, als würde die kleine Buchheldin ein Eigenleben entwickeln.

Du meinst, Kathrinchen fängt an, Abenteuer zu erleben, ohne das du sie aufschreibst?
So kommt mir das manchmal zumindest vor. Oft erfahre ich nur durch Zufall davon, dass das Engelchen beispielsweise Hauptdarstellerin eines Theaterstücks in einem Kindergarten ist; dass sich ein hochbetagtes Ehepaar gegenseitig ihre Abenteuer im Advent vorliest; dass sie Ehrengast auf Hochzeiten ist; dass sie junge Sachsen nach Bayern oder Baden-Würtemberg begleitet und für sie ein Stückchen Heimat ist; dass sie in hessischen Kindergärten zur Botschafterin für das Erzgebirge wird ..und... und... und... Es gibt inzwischen so viele wirkliche Kathrinchen-Zimtstern-Geschichten... Zu sehen und zu erleben, wie die Kleine andere erfreut und inspiriert, das macht mich sehr glücklich.

Die Rolle der Leser ist also sehr wichtig?
Ja. Kathrinchen ist winzig und braucht deshalb auch die Unterstützung ihrer Freunde. Jede Weiterempfehlung des Buch, jedes Teilen bei Facebook, jedes Verschenken hilft, den Kathrinchen-Freudeskreis zu erweitern und neue Abenteuer zu erleben. Vielleicht taucht Kathrinchen sogar irgendwann in einem Animationsfilm auf? Wie Kathrinchen selbst bleibe ich neugierig und lasse mich gern überraschen.

Bastian Backstein, vielen Dank für das Gespräch!